INDIVIDUAL- REISEFÜHRER “MADAGASKAR” (noch in Ausarbeitung)

Dienstag, Mai 27th, 2014

Madagaskar, Insel hinter der Zeit

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Ein kleines Reisehandbuch Für individuelle Touren……

…..mit Buschtaxi, Geländewagen,

Fahrrad oder zu Fuß auf der drittgrößten Insel der Welt.

Erfahrungen von 16 Reisen auf diesem Minikontinen

Über den Autor:

Dietmar Böhm

Dietmar Böhm, 1942 in Breslau geboren bereiste seit 1985 viele Länder der Erde mit dem Fahrrad, bis er im Sommer 1995 zum ersten mal seinen Fuß, bzw, Rad auf Madagaskar, der drittgrößten Insel der Welt setzte. Seitdem hat ihn dieser einzigartige Minikontinent mit seiner einzigartigen Flora und Fauna nicht mehr losgelassen.


er derInhalt:


Warum dieses kleine Büchlein……

Beschreibung Madagaskar

Klima

Flora und Fauna

Wirtschaft

Politik

Wie komme ich hin?

Ein-Ausreise

Praktische Tips:

Gesundheit, Hygiene,

Essen u. Trinken, Restaurants

Einkaufen, Souveniers

Achtung! Vorsicht!

Knigge

Was in anderen Reiseführern nicht steht

Reisevorbereitungen

Reisezeiten, Klima

Reisemöglichkeiten :

Rad, Buschtaxi, Bahn, Boot, Bus.

Trekking, Outdoorerfahrungen

Übernachtung, Adressen, Empfehlungen

Touren-Vorschäge von einfach bis extrem

Meine spannendsten Reiseberichte:

Von Antananarivo nach Morondava, Teil 1 (Maintirano)

Warum dieses kleine Buch ? Da Madagaskar nicht zu den gängigen Reisezielen gehört, gibt es auch nur wenige gute Reiseführer.  Mein kleines Büchlein sollen dem interessierten Reisenden oder Besucher eine Hilfe sein diese sehenswerte Insel südöstlich von Afrika einmal von einer anderen Seite kennen zu lernen. Ein kleiner Führer, durch eine Welt, die so ganz anders ist als die meisten Urlaubsmetropolen dieser Erde, ständig im Wandel und in Bewegung.

So war es mir ein Bedürfnis die Besonderheiten dieses paradiesischen Landes, die ich durch meine Reisen kennen lernen dürfte  dem individuellen Reiseinteressierten näher zu bringen.

Obwohl in letzter Zeit durch verschiedene politischer Umbrüche, Ereignisse und dadurch resultierenden Reisewarnungen das Land in Misskredit gefallen ist, so resultiert sich meine Meinung, das man immer in einem fremden Land sich an die jeweiligen Regeln halten sollte, besonders Verhalten und Kleidung. Belästigt wird man nur dort, wo sich die meisten Touristen aufhalten und nachts ist man bezüglich Sicherheit in einsamen Straßen von vielen Städten in Europa auch nicht gerade sicher. Mehr darüber in anderer Rubrik.

Die viertgrößte Insel der Welt

Flora und Fauna

Wirtschaft und Politik

Ein-Ausreise

Unterkünfte

Essen und trinken

Gesundheit und Hygiene

Einkaufen

Reisen auf Madagaskar

Tourenvorschläge








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Mit dem Birdy-Bike 1300 km durch Laos und Thailand

Freitag, September 3rd, 2010

Adieu Laos……Thailand ruft mit der Endstation meiner Reise, der Hauptstadt „Bangkok“.
Unter den erstaunten Blicken der anderen Fahrgäste falte meinen treuen Begleiter für den Bustransport von Pakse nach Savannakhet zusammen.
Der Übergang dort erscheint mir günstiger da die Grenze  direkt durch den Mekong verläuft.
Aber auch nicht gerade hürdefrei; diese Feststellung muss ich beim Anblick der ca. 20m langen Treppe machen, die steil von der Grenzstation zu Fähre hinunter führt………und drüben eine anderer Aufstieg wieder hinauf …… auf thailändischen Boden.

Doch ich hatte nicht mit der Hilfsbereitschaft auf beiden Seiten gerechnet, da langten sogar die Zollbeamten schon mal zu und drehten gleich mit meinem Birdy eine kleine Runde auf dem Vorplatz.
Nachdem mich zwei „Rauschgift-Hunde“ ausgiebig beschnüffelt hatten , bekam ich meinen Stempel in den Pass und konnte mich schon mal in der wenig aufregenden Grenzstadt Mukdahan auf Hotelsuche machen.

Klicke hier und Du kannst den 1. Teil des Reiseberichts als PDF laden

Klicke hier und Du kannst den 2. Teil des Berichts als PDF laden

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Manahoa Birdy – Ein Reisebericht

Mittwoch, August 11th, 2010

„…….da soll ein Fahrrad drin sein??“  Fragt beim Einchecken in Frankfurt die nette Dame am Pult, klimpert dabei nervös mit den Augen und übersieht dabei großzügig die 5 Kilo Übergepäck.

Als – nach 13 Std. Flug und einem Kurzbesuch auf Mauritius – mein Flieger auf der Landebahn von Ivato in Madagaskar ausrollt,  bekomme ich beim aussteigen  den kühlen, bis kalten Südwinter zu spüren .Die Hauptstadt Antananarivo (kurz Tana) liegt immerhin 1300 m hoch, somit auch sein Airport oder Aeroport, wie es hier heisst. So checke ich meinen zweirädrigen Freund statt auf dem Hof meiner Unterkunft, auf dem Hotelzimmer…Facit: Flug gut überstanden. Aber mein“ Birdy“ muß wieder zurück in den Packsack, für den Flug nach Antalaha, wo meine Radlreise beginnen soll.

Kleiner Hinweis – Du kannst Dir den gesamten Bericht als PDF Laden
Klicke hier!

Nach den kalten Tagen in Tana,genieße ich  beim entfalten meines Rades vor dem kleinen Flughafen von Antalaha die wohlige Wärme dieses Regenwaldgebietes. Antalaha präsentiert sich als eine kleine, ruhigen Stadt an der nördlichen Ostküste im Zentrum des madegassischen Vanilleanbaus. Meine Anwesenheit nimmt man gelassen: kurze neugierige Blicke der Mitreisenden, bevor sie mit Buschtaxis in Richtung Stadt entschwinden.
Die 17 km bis zum „Centre-Ville“ treiben mir erste Schweißperlen auf die Stirn, aber ganz gut zum „einradeln“ denke ich während die kleinen Pneus meines Gefährts eifrig über den Asphalt rollen.. Toll endlich wieder „on tour“ zu sein, wenn auch erst mal nur diese kurze Strecke.
Im Ort, die ersten neugierigen Blicke auf den Fremden mit dem seltsamen Rad. „ Und wo ist der Motor“? werde ich von einer dunkelhäutigen Schönheit gefragt, als ich mich bei ihr nach einem Hotel erkundige .Soviel technisches Interesse habe ich von einer Madegassin nicht erwartet.
Mit einem lauten „Bonjour Vazha“ werde ich von 3 kleinen buntgekleideten Jungs am empfohlenen Hotel schon mal in Empfang genommen. Umringt bedrängten sie mich unbedingt mein bepacktes Birdy schieben zu dürfen. Zu schwer für die Kleinen, ich flüchte samt Rad zur Rezeption. Draußen vertreibt ein urplötzlicher  Wolkenbruch die Kinder und ich ziehe mich schnell in mein ebenerdiges Zimmer zurück.. Klar, die ganze Ostküste wird auch während der sogenannten Trockenzeit nicht vor Regenschauern verschont.

Antalaha ist mir ein Kurzaufenthalt wert zumal es macht Spaß macht mit dem Rad, aber auch zu Fuß den kleinen Ort zu erkunden. Es hat sich viel verändert seit ich vor 12 Jahren hier meine erste Tour durch Madagaskar startete, die ich nun noch mal mit dem „Birdy“ Faltrad abfahren will. So treffe ich auch den deutschen Zahnarzt Herrn Bernd Zschocke wieder er kann sich noch genau an mich erinnern. Inzwischen haben schlimme Zyklone Häuser, Straßen und ganze Kokosplantagen zerstört. Doch, vieles wurde wieder aufgebaut, Straßen neu asphaltiert und die Verbindung nach Sambava 80 km nördlich – damals Sandpiste – wird jetzt als beste Straße Madagaskars bezeichnet; ich werde sehen……

Dunkle Wolken verheißen nichts Gutes, als ich zwei Tage später noch vor Sonnenaufgang starte. Die kleinen Pneus meines „Birdy`s „ rollen leise surrend über  superglattem Asphalt, der Zahnarzt hat recht gehabt, nicht die kleineste Unebenheit. Ein kräftige Rückenwind dazu bringt mein Gefährt immer wieder auf  die Spitzengeschwindigkeit bis über 35 Stundenkilometer.  Nur bei Gedanken an meinen Unfall im letzte Jahr, trete ich etwas langsamer in die Pedale. Vorbei an einer Bilderbuchlandschaft mit riesigen Cocospalmen und Vanilleplantagen, aber auch dichten Regenwäldern geht die schnelle Fahrt meinem Ziel entgegen. Jedoch zeugen viele entwurzelte Palmen und auch andere Bäume von der Macht der jährlichen Stürme.

Die Regenwolken heute zeigen sich zum Glück gnädig und so rolle ich nur vom Schweiß durchnässt, bereits gegen 11.00 Uhr in Sambava ein. Immerhin 80 Kilometer Distanz !, damit habe ich nicht gerechnet. Damals, vor 12 Jahren quälte ich mich noch über eine schmale Sandpiste, in der ich immer wieder steckenblieb.

Das Provinzstädtchen am indischen Ozean lockt mit menschenleeren Stränden, breiten Alleen und einer gewissen Beschaulichkeit. An der Küste fallen mir viele zerstörte Häuser und Hotelanlagen auf. Jedoch auch luxeriöse Häuser und Neubauten. Man gibt hier eben nicht auf. Vorwiegend durch den Erlös der Cocosplantagen und dem Vanilleanbau findet man hier die reichste Bevölkerung der Insel. Nur wenige Touristen verirren sich in diese Region , finden auch wenig Beachtung; auch ich ernte kaum Blicke auf mich mit meinem Faltrad. Vanilleduft durchströmt immer wieder meine Nase und ich finde mich kurz darauf in einem Verarbeitungsbetrieb wieder, wo ich unter Anderem erfahre, das Vanille eigentlich eine Orchidee ist.

Am Tag vor meiner Abreise kündigt sich durch erhöhte Betriebsamkeit von Polizei und Militär hoher Besuch an: Der Präsident von Madagaskar persönlich will zur Bewohnern von Sambava sprechen. Ein Highlight, das aber überraschend wenig Menschen hier berührt. Wie ich später erfahre, ist er in dieser Gegend nicht besonders beliebt. In der Rede am Rathaus verspricht er  unter Anderem schnelle Hilfe für diese, immer wieder von Zyclonen heimgesuchten Region.

Am nächsten Morgen starte noch in der Dunkelheit. 153 km liegen vor mir, an einem Tag? Mal sehen, aber leider geht die tolle neue Straße schon am Ortsende in eine Teerstraße mit vielen großen Flicken über und  vor mir sehe ich einige Berge, die ich bezwingen muss. Ein Regentief, das die letzte Nacht bestimmte scheint abzuziehen und mit den Strahlen der Morgensonne trete ich etwas kräftiger in die Pedale. Vielleicht schaffe ich es ja, denke ich voll Optimismus Als ich aber in Antsirabe-Ava verschwitzt vom Sattel rutsche habe ich erst ein Drittel der Strecke hinter mir. Egal, erst mal genieße den hier gerade stattfindenden Markttag. Das bunte Treiben verlangt festgehalten zu werden, was ein Problem ist, da man sich hier auch für den „Vaszah“ mit dem „Kinderfahrrad“ interessiert. Zwei Helfer hieven mein Gefährt in ein Hotely Gasy, wie hier die kleinen Restaurants genannt werden. Das war gut so, denn urplötzlich kommt Bewegung in die Menge, die vor einem herabprasselnden Wolkenbruch Schutz sucht. Also Zeit für mein Baquette und dazu frischen Kaffee. Zehn Minuten, und der Spuk war vorbei und ich auf der Landstraße, mit kräftigem Tritt meinem Ziel entgegen.

Doch in den Bergen läuft mir die Zeit davon, wieder ein Regenguss, den ich diesmal durchradle. Völlig durchnässt werde ich in Ampanefena auch noch von einer Polizeikontrolle gestoppt. Mit sehr dienstlichem Gesicht wird mein Pass gecheckt, dann darf ich weiter.
Fünzehn Uhr, gerade mal einhundert Kilometer geschafft, ach was, ich genieße die an mir vorbeigleitende Landschaft. Es ist wie blättern in einem Bilderbuch. Dichter Regenwald wechselt mit kahlen Hügel und Graslandschaften erinnern an Golfplätze, dazwischen wieder endlose Cocospalmplantagen und mit Stacheldraht umzäuntes Gelände, wo die begehrte Vanille angebaut wird.
Den nächsten Regenguss nehme ich gelassen wie einer kalte Dusche und vertraue meiner inneren Führung. Es ist 17.00 Uhr als ich dem kleinen Ort Fambana, etwa 25 km vor meinem Ziel Vohemar erreiche. Was tun? Um 18 Uhr ist es dunkel?
Unschlüssig rolle ich an einem Restaurant mit  Hinweis:„chambre“ vorbei, da entscheidet mein Freund „Birdy“ – durch urplötzlich erschwertes treten – mit einem deftigen Plattfuß.

Der Besitzer des Etablissmentes, ein Franzose tröstet mich mit einem Bier, das auf nüchternen Magen schnell seine Wirkung zeigt. Das „Chambre“ entpuppt sich als kleine Holzhütte mit Bett, das schnell frisch bezogen wird und die Einladung zum Abendessen nehme ich gerne an. Mein Frühstück mit einer Thermoskanne und in ein Tuch eingewickeltes Baquette nehme ich gleich mit in mein Quartier. Das Ganze für fünf Euro, was will man mehr.
Wieder mal hat ein Riss am Ventil den „Platten“ verursacht. Der Reserveschlauch schafft schnelle Abhilfe und schon geht es in den nächsten Regenschauer hinein. Dazu zehrt eine Hügelkette an meiner Kondition, noch ahne ich nicht, das sich mir dahinter ein einzigartiges Landschaftsbild öffnet. Fasziniert bleibe ich stehen. Parkähnlich eingebettet präsentiert sich mein Ziel, die kleine Hafenstadt Vohemar am indischen Ozean.

Langsam rolle ich nach Hotelschildern suchend die Hauptstraße entlang. Während einem kurzen Halt rauscht ein fast ebenso bepacktes Bike an mir vorbei, dessen Packtschen nur von einem deutschen Hersteller sein konnten. Rauf aufs Radl und hinterher. Er entpuppt sich als drahtiger Franzose, der, auch nicht mehr ganz so jung, aus Afrika kommend nun diese Insel abradeln möchte. Nach kurzem Small-talk in englisch verzieht er sich in eine einfache Bungalow-Anlage, während ich diesmal ein neues Hotel in Augenschein nehmen will, das mir unterwegs empfohlen wurde.
So gönne ich mir einen Tag Sonne und Meer in traumhaften Ambiente, Zimmer nicht gerade billig, aber mit Blick in eine kleine Bucht und einem herrlichen Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Die Besitzerein, eine Französin hilft mir bei der Organisation der Weiterreise über unwegsames Gelände mit dem Buschtaxi in Richtung Westen nach Ambilobe. Einer Nachtfahrt, an die ich noch lange denken werde.
170 Kilometer, die der Franzose auf seinem Mountain-Bike in vier Tagen zurück legte. „Nein danke“
Nichts für die kleinen Räder meines „Birdy`s“, wie ich unterwegs feststelle. Die Route, die nach Westen führt ist in der Regenzeit fast unpassierbar und man muss dann bis zu einer Woche einplanen.

Noch in der Dunkelheit, gegen halb fünf Uhr früh erreicht mein Buschtaxi nach wüster Schaukelfahrt den kleinen Provinzort Ambilobe.
Mein „Birdy“ hat, gut befestigt, diesen nächtlichen Trip gut überstanden und ich fühle mich auf dem harten Fahrradsattel erheblich wohler und vermittelt mir eine gewisse Vertrautheit. Das neue „NOOR“ Hotel scheint die richtige Adresse zu sein um mein Schlafdefizit nachzuholen aber lauter Baulärm treibt mich wieder auf die Pneus, um mich nach einem Frühstücksplatz umzusehen. Kein Ort für langen Aufenthalt. Laut, hektisch, eine einzige Buschtaxistation. Mich zieht es 30 Kilometer nach Norden, wo ein herrlicher Naturpark auf mich wartet. So trete ich schon am nächsten Tag wieder in die Pedale, eine steile Passtrasse hinauf zum Ankarana Tsingy Reservat.

Touristisch noch wenig erschlossen ist dieses reizvolle Naturschutzgebiet ein Muss für jeden Individualreisenden. Ein einzigartiges Naturphänomen, das aus meterhohen, rasierklingenscharfen erodierenden Kalksteinspitzen und einem weitverzweigten Höhlensystem besteht. Der fast zahnlose Mund meines Guides lacht mich an, als wir uns auf unsere Räder schwingen um auf schmalen Wegen auf Erkundung zu gehen. Das gute Englisch hat er in Diego auf seiner Ausbildung zum Fremdenführer gelernt. Ich kann ihm auf dem wurzelübersäten Pfad kaum folgen. Doch immer wieder kurze Stops; ein Finger auf dem Mund, mit einem anderen zeigt er auf einen Nachtlemur, der wachgeworden, neugierig zu und herunter schaut. Aber auch noch andere Pflanzen und Tiere gibt es zu entdecken. Bizarr anmutende Chamäleons quälen sich unschlüssig über schmale Äste, Flachkopfgekkos warten fast unsichtbar an Baumrinden auf ihre Beute und beinahe stolpere ich über eine Boa, die sich gemächlich in das Unterholz verzieht. Besorgnis ist überflüssig, außer Moskitos gibt es hier keine gefährlichen Tiere. Plötzlicher Halt mitten im Trockenwald . Der Weg ist mit scharfkantigen Steinen übersät. Unsere Drahtesel verschwinden im dichten Buschwerk und über eine steile Steintreppe geht es in die Tiefe, wo uns dunkel ein Höhleneingang entgegengähnt. Hier sollen weltweit die größten Fledermäuse ihr Zuhause haben. Die Größe dieser Vampire an der Höhlendecke kann ich jedenfalls bestätigen und die Hinterlassenschaften auf dem Höhlenboden sind auch beachtenswert. Mitten in der kühlen Dunkelheit heißt es: Schuhe ausziehen, ab hier ist „fady“(heilig) angesagt. Mein Führer zeigt auf zwei Skelette in grabförmiger Umrandung. Daneben liegen Münzen und auch Geldscheine. Angeblich der Bestattungsort eines Königs des Volkes  der Antankarana. Wieder am hellen Tageslicht geht es vorbei an tiefen Schluchten, durch Trockenwälder bis ein grünlich schimmernder kleiner See in 30 Meter Tiefe mich fast schwindelig macht. Dann die Attraktion: die Tsingys. Weiße Punkte markieren den Weg über die vielen Nadelspitzen aus hartem grauem Kalkstein, messerscharf und bedrohlich schön. Nur nicht daneben treten, dann könnte meine Reise zu ende sein. Da staune ich schon etwas über das Rudel Lemuren, die fast schwerelos dieses Massiv überqueren, in der Hoffnung von uns essbares zu ergattern. Überwältigt von der erlebten Vielfalt stört mich nicht einmal der Plattfuß, den ich mir kurz vor dem Parkausgang mit einem Dorn einhandle. Die wenigen Touristen und die nette Atmosphäre beim Candylight- Dinner auf der kleinen Terrasse des angegliederten Minirestaurants machen mir es zusätzlich schwer mich von der Idylle zu trennen.

Die Abfahrt aus dem Ankarna Bergmassiv beschert mir noch einmal den faszinierenden Blick über die Ebene vor Ambilobe wo sich wegen einem weitern Platt`n der Hotelmanager vom „Noor-Hotel über meinen zweiten Besuch freut. Dafür schafft mein „Birdy“ am nächsten Tag die 108 km bis Ambanja, trotz leichtem Gegenwind in Rekordzeit. Wieder ein Städtchen zum bleiben. Die romantisch, am Ortsrand gelegene Unterkunft „Hotel Palma Nova“ bestärkt meinen Entschluss. Schnell spüre ich den anderen Menschenschlag gegenüber der Ostküste. Neugierige Blicke, freundliches lachen, lustiges Handeln auf dem quirligen Markt und mit meinem Faltrad falle ich so richtig auf. Dabei staune ich über die vielen Radfahrer, die entweder auf alten chinesischen Vehikeln bis modern anmutenden Mountainbikes den Straßenverkehr beleben.
Beim Frühstück treffe ich einen jungen Deutschen, der sich als Mitarbeiter bei der GEZ entpuppt und sich um Umweltprojekte auf Madagasker kümmert, speziell für den Erhalt der Magrovenwälder in dieser Region. Eigenes Büro, Geländewagen…..nicht schlecht. Aber dafür das Wetter am Morgen meiner Weiterreise: Es gießt in Strömen, dazu behindern einige Bergpässe eine flotte Fahrt. Einziger Lichtblick, die Straße ist – vor Jahren noch eine Schotterpiste – neu asphaltiert. Etwas abgekämpft rolle ich gegen Abend in den kleinen Ort Moromandia ein, ein kühles Bier gibt mir neue Energie, die nette Bedienung bringt mich in eine einfache Hütte, wo ich mich erst mal auf das Bett fallen lasse. Nach erfrischender „Fassdusche“ fällt mir eine europäisch anmutende Frau auf, die aus einem anderen Raum der Unterkunft kommt und mir zugrüßt. Eine Französin, die mit Kind und Mann ihre Schwester besucht, die hier auf einer einsamen Ranch mit ihrem madegassischen Mann lebt. Etwas später finde ich mich beim Abendessen in einem bunten Kreis liebenswürdiger und gastfreundlicher Menschen wieder, die natürlich begeistert über meine Reise mit dem Rad durch Madagaskar sind. Als Beiwerk bekomme ich noch wertvolle Information für meine Weiterreise.

Angekommen in der „Wildweststadt“ Antsohihy entschließe ich mich deshalb für die Weiterfahrt in einem Buschtaxi. Die Straße ist ab hier noch „in construction“, was sich kurz darauf bestätigt als sich das Fahrzeug durch kilometerlange Sandpisten quälen muß.
Es ist bereits stockdunkel als ich in Ambondromamy, an der Abzweigung zu meinem Endziel „Mahajanga“ mein Birdy vom Dach des alten Peugeot-Pritschenwagen entgegennehme. Eine passable Unterkunft ist schnell gefunden und während ich mit einigen kleinen Fleischspießchen einer Garküche an der Straße meinen Hunger stille, freue ich mich darauf morgen wieder meinen zweirädrigen Freund „Birdy“ unterwegs sein zu können.

Das Reservat von Ampijoroa, vor 10 Jahren noch ein Geheimtip, entpuppt sich als vielbesuchtes Parkgelände mit einem großen Restaurant, überdachtem Zeltplatz sanitären Anlagen und einigen teuren Bungalows. Inzwischen hat die Naturparkorganisation ANGAP das Gelände übernommen. Auf einem kleinen privaten Zeltplatz treffe ich Andrea, eine Biologin aus Deutschland, die in dem Park Mausmakis und andere Lemuren erforscht. Das ist alles was von der ehemaligen Forschungsstation übriggeblieben ist. Eine Exkursion mit einem der vielen auf Kundschaft wartenden Guides erweist sich als ein Flop, lediglich der naheliegende Krokodilsee mit zwei Hochständen ist Grund doch länger als zwei Tage zu bleiben. Nun kommt doch noch mein kleines Zelt zum Einsatz, übrigens noch das Gleiche wie vor 10 Jahren.
Eindruckvolle Warnschilder sollen Menschen vom Wasser des See`s  fernhalten. Trotzdem sehe ich unweit der am Ufer dösenden Reptilien recht mutige Angler, aber auch todesmutige Touristen. Sicher auf meinem Hochstand eröffnet sich mir die Naturvielfalt Madagaskars wie eine große Blüte. Unentwegt klickt meine Kamera für Schmetterlinge, Geckos, bunten Vögeln, sogar ein Fischadler setzt sich in Position und natürlich die Krokodile, die wie Statuen unmittelbar vor mir erstarren, aber bei Hunger blitzschnell zuschlagen können. Am Abend macht mich traditionelle Musik neugierig und ich wohne einer Tanzgruppe bei, die, aus dem nächsten Dorf stammend, den Restaurantgästen etwas volkstümliche Kultur nahe bringt.

Das Ziel des ersten Teils meiner Reise , die Hafenstadt Mahajange rückt in unittelbare Nähe. Nach wenigen Kilometern endet plötzlich das Naturparkgelände und geht in eine steppenartige Ebene über. Das saftige Grün geht in braun und sandfarben über, nur in aus einigen Niederungen lässt sich die saftige Natur nicht verdrängen. Laut heulen bei einem kräftigen Rückenwind die kleinen Pneus meines „Birdy-Faltrades“ über den groben Asphalt und die Kilometer schrumpfen. Das bedrohlich wirkendes Bergmassiv in der Ferne kann meinen Elan nicht stoppen und erst bei einer langgezogenen Steigung rutsche ich vom Sattel und schiebe ein Stück und bleibe sogar stehen, als mir  Kinder auf einem Hügel zuwinken und ihr „Bonjour Vaszah“ zurufen.

Aber auch die immer wieder auftauchenden faszinierenden Ausblicke, die an amerikanische Western erinnern bringen mich zum stoppen. Die gut ausgebaute Straße schlängelt sich an schroffen Tafelbergen vorbei, man blickt in, tiefe ausgetrocknete Flusstäler und besonders eindrucksvoll die grüne Ebene des weitverzweigten Flusses Mahavavy in der Ferne. Nur gelegentlich ein Geländewagen oder ein Buschtaxi, dann wieder unwirkliche Stille.
Im Getümmel des Stadtzentrums Mahajanga`s angekommen, zeigt mein Tacho stolze 120 Tageskilometer. Dafür schmerzt zum ersten mal mein Sitzfleisch und  die hier herrschende Hitze kommt mir erst zu Bewusstsein als der Schweiß aus allen Poren bricht. Das von mir angesteuerte MAD-Hotel entpuppt sich als „non Tourist“ Unterkunft, was mir nicht unangenehm ist, aber auch sonst scheint diese zweitgrößte Hafenstadt der Insel nicht sehr vom Fremdenverkehr frequentiert  zu sein. Die „Vaszah`s“ die ich sehe sind meist hier angesiedelte Franzosen oder Italiener. Deshalb auch die moderne Bank und der Supermarkt mit europäischen Produkten. Der geringe Straßenverkehr macht es leicht Stadt und Umland per Rad zu erkunden, besonders eindrucksvoll die Strandpromenade mit dem dicksten Baobab Madagaskars. Das Alter dieses 8 Meter dicken Baumes wird bis auf 5000 Jahre geschätzt.

Ich bummle durch die Gassen der Altstadt mit seinen meist verfallenen Kolonialbauten,  radle ziellos durch das Umland und über den feinen festen Sand am Meer.
Am letzten Abend macht noch eine Sensation auf sich aufmerksam: Die Eröffnung der „Olympischen Inselspiele“ in der Hauptstadt Tananarivo. Die Übertragung auf Großbildleinwand vor dem City-Hotel lockt wahre Menschenmassen an. Ich nehme das Ereignis, das der Eröffnungsfeier der echten olympischen Spiele absolut ebenbürtig ist, in einem italienischen Lokal bei einer Pizza in mich auf. Somit  für mich eine schöner Abschluss. Am nächsten Tag blicke ich vom Flieger aus auf das letzte Stück meiner geradelten Strecke  und erkenne wieder einmal, das Madagaskar einfach unvergleichlich ist.

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Bike-travel-tours by Dietmar Böhm

Mittwoch, April 14th, 2010

Dietmar Böhm

In den letzten Jahren habe ich viele Länder mit dem Fahrrad bereist. Irland, Griechenland, Kuba, Malaysia, Korea, Taiwan, Madagaskar, Laos, Burma und Kambotscha waren einige meiner Stationen. Hier könnt Ihr demnächst Berichte über meine Reisen lesen, über meine aktuellen Touren auf dem Laufenden bleiben oder Euch über eine Tour mit dem Rad durch Madagaskar oder Laos informieren und anmelden. Auf Wunsch mit meiner Begleitung und Reiseleitung.

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14 Tage Abenteuer-Tour durch Laos

Montag, April 7th, 2008

 
Laos:  Erlebnisreise auf einsamen Straßen.14 Tage Aussteigen aus dem Alltag.Diese Route zählt zu einer der schönsten Radtouren in Laos, oder gar in Indochina!? Eine wahrlich unentdeckte Gegend wird bei dieser Fahrrad Rundreise unter die Lupe genommen. In abgeschiedenen Gegenden, kleine Dörfer und das noch ursprüngliche, laotische Landleben hautnah in einer faszinierenden Bergwelt erleben wird unvergesslich bleiben.      Natürlich mit englisch sprechende Begleitung, oder mit mir selbst, falls ich vorort bin. Ab 4 Personen mit Begleitfahrzeug.

Infos & Buchung direkt bei meinen Partner “Tigertrail” in Lang Prabang (Laos).
Hier geht`s direkt zur Info & Buchung : www.laos-adventures.com (Reiseangebote-Radreisen)

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